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Im folgenden Kapitel werden die Ergebnisse aller Pilotvorhaben der Leibniz-Gemeinschaft themenspezifisch aufbereitet und im Hinblick auf ihre Übertragbarkeit auf andere Einrichtungen zusammengefasst. Die Analyse orientiert sich an vorher definierten thematischen Schwerpunkten ("Schlagworten"), die die zentralen Herausforderungen und Handlungsfelder auf dem Weg zu einem klimaneutralen Forschungsbetrieb abbilden.

Zu jedem Schlagwort erfolgt eine kompakte, stichpunktartige Synthese, die folgende Kernaspekte beleuchtet:

Diese Aufbereitung verfolgt das Ziel, das vielfältige Erfahrungswissen aus der ersten Pilotphase übersichtlich und praxistauglich zu bündeln. Die stichpunktartige Darstellung ermöglicht es, schnell die wesentlichen Erkenntnisse zu erfassen und einen Überblick zu bekommen, in welchen Abschlussberichten der Pilotvorhaben detaillierte Informationen zum jeweiligen Themenkomplex zu finden sind.

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1. Treibhausgasbilanzierung und Klimastrategie

Die Treibhausgasbilanzierung (THG-Bilanzierung), auch als CO₂e-Bilanz oder Carbon Footprint bezeichnet, erfasst systematisch die Treibhausgasemissionen einer Organisation.

Im Rahmen der Pilotvorhaben orientierte sich die Mehrzahl der beteiligten Institute am Greenhouse Gas Protocol (GHG Protocol) als international anerkannter Standard zur Quantifizierung und Berichterstattung von Treibhausgasemissionen. Im GHG Protocol werden Emissionen in drei Kategorien unterteilt: Scope 1 (direkte, standortbezogene Emissionen), Scope 2 (indirekte Emissionen aus dem Bezug von Energie wie Strom oder Wärme) sowie Scope 3 (sonstige indirekte Emissionen aus vor- und nachgelagerten Prozessen).

Während Emissionen der Scopes 1 und 2 anhand interner Datenquellen in der Regel gut erfasst werden konnten, erwies sich Scope 3 als deutlich herausfordernder, weshalb die Institute jeweils eigene Systemgrenzen festlegten. Eine einheitliche Grundlage, an der künftig alle Leibniz-Institute ihre Bilanzierung ausrichten können, soll entwickelt werden.

Sowohl das GHG Protocol als auch die DIN EN ISO 14064-1 bieten einen methodischen Rahmen, schreiben jedoch keine verbindlichen Berechnungsmethoden oder Emissionsfaktoren vor. Im Folgenden wird dargestellt, wie die Institute bei der THG-Bilanzierung vorgegangen sind und welche Empfehlungen sich daraus für andere Leibniz-Einrichtungen ableiten lassen.

1.1 Ergebnisse nach Schlagworten

1.1.1 Deutsches Institut für Ernährungsforschung (DIfE)

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Was wurde gemacht:

Im Rahmen des Pilotvorhabens entwickelte das DIfE in Kooperation mit dem externen Dienstleister watt.sustainable ein Excel-basiertes Tool zur THG-Bilanzierung. Es orientiert sich am GHG Protocol sowie an der DIN ISO 14064-1 und umfasst die Scopes 1, 2 und 3.

Auf dieser Grundlage wurde eine initiale THG-Bilanz erstellt, die als Referenz für zukünftige Bilanzen dient. Darauf aufbauend wurden Maßnahmenpakete für einen Fahrplan zur Klimaneutralität bis 2035 abgeleitet.

Scope-3-Emissionen konnten nur teilweise erfasst werden; fehlende Daten sollen in Folgebilanzen ergänzt werden.

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Empfehlungen:

Datenverfügbarkeit & Detailtiefe Empirie

Organisation & Governance

Priorisierung von Handlungsfeldern & Maßnahmenentwicklung

Partizipation & Kommunikation

1.1.2 Forschungsverbund Berlin (FVB)

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Was wurde gemacht:

Ziel des Pilotvorhabens war die Erstellung initialer THG-Bilanzen für zwei stellvertretende FVB-Institute, das FMP (Lebenswissenschaften) und das IKZ (Materialwissenschaften), um daraus übertragbare Erkenntnisse für weitere Institute abzuleiten.

Aufgrund begrenzter Zeit- und Personalressourcen konnte innerhalb der Projektlaufzeit nur eine initiale THG-Bilanz für das FMP erstellt werden; die Bilanzierung des IKZ wurde auf Herbst 2024 verschoben.

Die Erstellung erfolgte mit Unterstützung des HIS-Instituts für Hochschulentwicklung (HIS-HE) nach GHG Protocol unter Berücksichtigung der Scopes 1, 2 und 3. Für Scope 3 beschränkte sich die Bilanzierung auf Dienstreisen, Wasser und Pendelverkehr.

Ergänzend wurde ein für alle FVB-Institute nutzbares THG-Bilanzierungstemplate entwickelt sowie ein Maßnahmenkatalog auf Basis des Leitfadens für Nachhaltigkeitsmanagement in außeruniversitären Forschungseinrichtungen (LeNa) erarbeitet.

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Empfehlungen:

Datenverfügbarkeit & Detailtiefe Empirie

Organisation & Governance

Priorisierung von Handlungsfeldern & Maßnahmenentwicklung

Partizipation & Kommunikation

1.1.3 Kiel Institut (ehemals IfW Kiel)

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Was wurde gemacht:

Im Rahmen des Pilotvorhabens wurde am Kiel Institut eine Ersterhebung aller THG-Emissionen für das Basisjahr 2022 durchgeführt. Diese dient als Referenzwert für jährliche Bilanzierungen, um die Emissionsreduktion bis 2035 nachzuverfolgen.

Die Bilanzierung erfolgte mit dem externen Dienstleister CO2-positiv! nach GHG Protocol (Scopes 1–3) mithilfe eines Excel-basierten Tools.

Als größter Emissionstreiber wurde der Einkaufs- und Beschaffungsbereich identifiziert, der mit nahe 50 % den größten Anteil an den Gesamtemissionen ausmachte. Zur Erfassung von Scope-3-Emissionen wurden zudem Mitarbeiterbefragungen zu Arbeitsweg, Homeoffice und Mobilität für die Jahre 2019, 2022 und 2023 konzipiert und durchgeführt.

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Empfehlungen:

Datenverfügbarkeit & Detailtiefe Empirie

Organisation & Governance

Priorisierung von Handlungsfeldern & Maßnahmenentwicklung

Partizipation & Kommunikation

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1.1.4 Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) & Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO)

1.1.5 **Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (**SGN)