Forschung ist international
Nur international vernetzte Forschung ist langfristig zukunftsfähig. Die Leibniz-Gemeinschaft ist mit ihren Einrichtungen fest in der weltweiten Spitzenforschung verankert und Leibniz-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler bauen internationale Kooperationen stetig auf und aus. Grenzüberschreitende Zusammenarbeit birgt jedoch neben Chancen auch Risiken – etwa den unkontrollierten Abfluss geistigen Eigentums oder ungewollten Technologietransfer.
Geopolitische Veränderungen
Die globalen politischen Spannungen steigen. Autokratische Länder wie China und Russland sind bemüht, Macht und Einfluss auszubauen - nicht nur im militärischen Bereich, sondern auch in Wissenschaft und Forschung. Länder wie Deutschland sehen sich gezwungen, ihre Verteidigungsstrategien zu überdenken, mehr in sicherheitsrelevante Forschung zu investieren und gleichzeitig zu verhindern, dass die eigene Forschung missbraucht wird, etwa für militärische Zwecke. Einige der neuen Schlüsseltechnologien wie Künstliche Intelligenz und Quantentechnologien haben großes Potenzial für positive Anwendungen, können jedoch auch für negative Zwecke missbraucht werden. Daher ist eine sorgfältige Abwägung der Forschungspartner und Kooperationen erforderlich.
Forschung im Visier
Forschungseinrichtungen stehen vermehrt im Fokus ausländischer Einflussnahme und Spionage. Einige Länder prüfen systematisch die gemeinsame Forschung auf potenzielle militärische Zweitverwendung (Stichwort: Dual Use). Der Schutz von Forschungsergebnissen ist daher unerlässlich, um wirtschaftliche und wissenschaftliche Integrität zu gewährleisten.
Regierung verstärkt Fokus
Aufgrund der geopolitischen Entwicklungen sind Fördermittelgeber (v.a. Landes- und Bundesministerien) zunehmend daran interessiert, was im Bereich der Forschungssicherheit unternommen wird und formulieren entsprechende Erwartungen an die Wissenschaftsorganisationen. Die Überlegungen zur Forschungssicherheit finden auch Eingang in verschiedene Regierungspapiere. Zum Beispiel spielen Wissenschaft und Forschung auch eine Rolle in der China-Strategie der deutschen Bundesregierung, die 2023 veröffentlicht wurde. Im März 2024 hat das BMBF zudem ein Positionspapier zur Forschungssicherheit veröffentlicht, das die aktuellen Herausforderungen skizziert.
Aufbau von Risikomanagement
Ein systematisches Risikomanagement ist notwendig, um Bedrohungen frühzeitig zu erkennen und Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Dies stärkt die Widerstandsfähigkeit sowie die kontinuierliche Sicherheit in der Forschung. Internationale Kooperationen bergen neben Chancen auch Risiken, wie den möglichen Abfluss geistigen Eigentums oder unerwünschten Technologietransfer. Institutsinterne Prozesse können Forschungseinrichtungen helfen, diese Risiken zu minimieren und die Zusammenarbeit sowohl sicher als auch vorteilhaft zu gestalten.