Dimensionen von Forschungssicherheit

Internationale Forschungskooperationen sind ein Grundpfeiler wissenschaftlicher Arbeit - erst recht mit Blick auf die drängenden globalen Herausforderungen unserer Zeit. Internationale Zusammenarbeit bietet jedoch nicht nur großes Potenzial für die eigene Forschung, sondern kann auch Risiken für einzelne Forscherinnen und Forscher sowie für Forschungseinrichtungen an sich bergen. Risiken betreffen dabei insbesondere – aber nicht ausschließlich – Verstöße gegen das Exportkontrollrecht und gegen forschungsethische Grundsätze, die missbräuchliche bzw. unabgesprochen einseitige wirtschaftliche Verwertung von Forschungsergebnissen und Technologien sowie Reputationsverlust. Forschungssicherheit – manchmal auch Risikomanagement oder Handlungssicherheit genannt – berührt somit im Wesentlichen vier Aspekte:

Forschungssicherheit im Kontext der Leibniz-Gemeinschaft

Die Institute der Leibniz-Gemeinschaft sind rechtlich und in ihrer strategischen Ausrichtung unabhängig. Das Leibniz-Wiki Forschungssicherheit soll dabei unterstützen, in dem komplexen Feld der Forschungssicherheit verantwortungsbewusst zu navigieren. Das Wiki orientiert sich dabei an den folgenden Leitgedanken:

<aside> <img src="/icons/alert_gray.svg" alt="/icons/alert_gray.svg" width="40px" /> Das Bundesministerium für Bildung und Forschung orientiert sich an folgender Definition von Forschungssicherheit: Forschungssicherheit bezieht sich auf Maßnahmen, die unsere Forschung vor Akteuren und Verhaltensweisen schützen, die ein wirtschaftliches, strategisches und/oder nationales und internationales Sicherheitsrisiko darstellen. Besonders bedeutsam sind die Risiken einer unzulässigen Beeinflussung, Beeinträchtigung oder widerrechtlichen Nutzung der Forschung, der direkte Diebstahl von Ideen, Forschungsergebnissen und geistigem Eigentum durch Staaten, Militär und deren Bevollmächtigte und durch nichtstaatliche Akteure und Aktivitäten der organisierten Kriminalität sowie andere Aktivitäten und Verhaltensweisen, die sich in wirtschaftlicher oder strategischer Hinsicht und/oder im Hinblick auf die nationale Sicherheit negativ auswirken. Mit risikoorientierten Maßnahmen für die Forschungssicherheit kann die Grundlage für Wissenschaftsfreiheit, Forschungsintegrität, Open Science, Transparenz und vertrauensvolle Kooperationen zum beiderseitigen Nutzen verbessert werden.

</aside>

Quelle: BMBF_Positionspapier Forschungssicherheit_2024