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Wenn Institute oder einzelner Wissenschaftler:innen Anfragen für neue Kooperationen erhalten, sollte eine eingehende Überprüfung der Bewerbungen und/oder der potenziellen Partnereinrichtung erfolgen.
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Vor Aufnahme einer Kooperation sollten sich Einrichtungen und Forschende über die politische Situation im Partnerland und damit einhergehend über Motivationen und Abhängigkeiten des Forschungspartners kundig machen. Bei der Überprüfung stellen die Sensibilität des Forschungsfeldes und das Risiko ungewollten Wissensabfluss ebenso ein Kriterium dar, wie ggf. die Finanzierungsquelle, zum Beispiel im Falle von fremdfinanzierten Stipendiatinnen und Stipendiaten. Potenzielle Partnereinrichtungen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollten mit Hilfe vorhandener Instrumente (z.B. Dimensions, Chinese Defence Universities Tracker — ASPI; siehe Tools) und Ansprechpartnern institutsintern dahingehend überprüft werden.
Bei Einzelpersonen, die an ein Institut kommen, sollte ein Pre-Employment Screening, d.h. eine Überprüfung der Bewerbungsunterlagen anhand öffentlich zugänglicher Quellen, stattfinden. Dies umfasst neben einer Überprüfung des Lebenslaufs und der Ausbildung auch die mögliche Überprüfung von Kontakten zu ausländischen Nachrichtendiensten und/oder Wissenschaftseinrichtungen mit Bezug zu ausländischem Militär. Für dieses Screening empfiehlt sich auch eine Überprüfung der Publikationen bzw. der jeweiligen Ko-Autorinnen und -Autoren auf die oben genannten Verbindungen (militärische bzw. sicherheitsrelevante Forschung/Einrichtungen). Das Pre-Employment Screening hat unter der Berücksichtigung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der EU zu erfolgen; dies betrifft insbesondere auch die Weitergabe personenbezogener Daten an Dritte.
Weitere Hinweise zum Thema Pre-Employment Screening finden sich im Infoblatt “Pre-Employment Screening” des Bundesamtes für Verfassungsschutz. Dieses Infoblatt nimmt vor allem Unternehmen in den Blick. Die Gefahrenanalyse und Handlungsempfehlungen sind jedoch auch auf wissenschaftliche Einrichtungen übertragbar. Darüber hinaus enthält das Dokument “Policy on Sensitive Technology Research and Affiliations of Concern” der kanadischen Regierung nützliche Hinweise auf die Überprüfung von Personen und Institutionen. Empfehlenswert ist zudem das Merkblatt Beurteilung von Bewerbungen zum Doktorat der ETH Zürich (darin finden sich beispielsweise auch sensible Forschungsthemen).
BfV_Infoblatt_Pre-Employment Screening_2022.pdf
ISED Canada_Policy on Sensitive Technology Research and Affiliations of Concern_2024.pdf
ETH Zuerich_Merkblatt zur Sicherheitspruefung_Bewerbungen Doktorat.pdf